Tachostand prüfen und Kilometerbetrug erkennen
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Der Kilometerstand ist beim Gebrauchtwagen einer der wichtigsten Preisfaktoren. Genau deshalb wird an der Anzeige manipuliert. Ein paar Klicks mit dem richtigen Gerät, und aus 180.000 werden 120.000 Kilometer. Der Wagen wirkt jünger, der Preis steigt. Wir zeigen, woran Sie einen gedrehten Tacho erkennen und was Sie tun können, wenn Sie darauf hereingefallen sind.
Wie verbreitet ist Tachobetrug?
Genaue Zahlen kennt niemand, denn die meisten Fälle fallen nie auf. Schätzungen zufolge ist bei vielen Gebrauchtwagen der Kilometerstand frisiert. Oft genannt wird jeder dritte gehandelte Wagen. Der Schaden für die Käufer geht in die Milliarden.
Als grobe Faustregel gilt laut ADAC eine jährliche Fahrleistung von rund 12.000 bis 15.000 Kilometern. Ein Vielfahrer-Diesel darf mehr haben, ein selten genutzter Zweitwagen weniger. Ein zehn Jahre altes Auto mit 60.000 Kilometern sollte Sie also stutzig machen, erst recht, wenn der Zustand nicht dazu passt.
Diese Spuren verraten einen gedrehten Tacho
Das stärkste Werkzeug haben Sie selbst dabei, nämlich Ihre Augen. Ein Auto nutzt sich gleichmäßig ab, und dieser Verschleiß muss zur angezeigten Laufleistung passen. Schauen Sie genau hin.
- Ein blank gescheuertes Lenkrad und ein abgewetzter Schaltknauf passen nicht zu wenigen Kilometern.
- Durchgetretene Pedalgummis sind ein Warnsignal, frisch erneuerte Gummis bei angeblich geringer Laufleistung aber auch.
- Ein durchgesessener Fahrersitz und abgegriffene Türgriffe verraten viel über das echte Alter.
Auch viele Steinschläge an der Front deuten auf Autobahnkilometer hin. Oft mehr, als der Tacho zugeben will. Misstrauisch sollten Sie werden, wenn ausgerechnet die typischen Verschleißteile auffällig neu wirken.
Papiere und Belege gegenprüfen
Die zweite Sicherung sind die Unterlagen. Ein lückenloses Serviceheft mit Stempeln, alte Rechnungen und die Berichte der Hauptuntersuchung halten den Kilometerstand über die Jahre fest. Vergleichen Sie diese Werte mit der aktuellen Anzeige. Sinkt der Kilometerstand zwischendurch oder springt er unlogisch, ist etwas faul.
Auch die Aufkleber zum nächsten Ölwechsel im Türrahmen oder Motorraum liefern oft einen echten Zwischenstand. Fehlen alle Papiere und kann der Verkäufer die Historie nicht belegen, ist das für sich schon ein Warnzeichen.
Den Kilometerstand digital auslesen
Moderne Autos speichern den Kilometerstand nicht nur im Tacho, sondern in mehreren Steuergeräten. Eine Fachwerkstatt kann diese Werte auslesen und Widersprüche aufdecken. Dazu kommen Datenbanken zur Fahrzeughistorie und die Serviceportale der Hersteller, in denen frühere Werkstattbesuche mit Kilometerstand hinterlegt sind.
Wenn die sichtbaren Spuren einen Verdacht wecken, ist so eine Prüfung das Geld wert, bevor Sie einen fünfstelligen Betrag ausgeben.
Was Ihre Rechte sind, wenn Sie betrogen wurden
Das Zurückdrehen eines Tachos ist kein Kavaliersdelikt. Schon das Herstellen und Verkaufen der nötigen Software ist nach Paragraf 22b des Straßenverkehrsgesetzes strafbar. Wer beim Verkauf über die Laufleistung täuscht, begeht zusätzlich Betrug.
Für Sie als Käufer heißt das, ein manipulierter Tacho ist ein Sachmangel. Sie können vom Kauf zurücktreten oder den Preis mindern. Ein Punkt ist beim Gebrauchtwagen besonders wichtig. Hat der Verkäufer den gedrehten Tacho bewusst verschwiegen, schützt ihn auch die Klausel „gekauft wie gesehen“ nicht. Der Gewährleistungsausschluss ist dann unwirksam, und Ihnen bleiben drei Jahre Zeit, Ihre Ansprüche geltend zu machen.
Warum Sie beim Händler auf der sicheren Seite sind
Beim privaten Kauf tragen Sie das Risiko oft allein, denn Privatverkäufer schließen die Gewährleistung meist aus. Beim Kauf im Autohaus ist das anders. Wir stehen für die Angaben zum Fahrzeug gerade und prüfen jeden Wagen samt seiner Historie, bevor er auf den Hof kommt.
Wie wir das machen, lesen Sie unter unseren Qualitätsstandards und auf der Seite Warum Auto Naim. Und wenn Sie mögen, schauen Sie direkt in unseren geprüften Fahrzeugbestand.