Restschuldversicherung beim Autokredit und wann sie sich lohnt
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Beim Abschluss eines Autokredits kommt fast immer die Frage nach einer Restschuldversicherung. Sie soll einspringen, wenn Sie die Raten nicht mehr zahlen können. Klingt vernünftig, ist aber oft ein teures Zusatzgeschäft. Wir erklären, was die Versicherung leistet, warum sie so viel kostet und wann Sie besser verzichten.
Was eine Restschuldversicherung abdeckt
Die Restschuldversicherung, auch Restkreditversicherung genannt, übernimmt Ihre Kreditraten in schwierigen Lebenslagen. Meist wird sie in drei Stufen verkauft. Die Basis deckt nur den Todesfall ab, dann wird die Restschuld beglichen. Die nächste Stufe kommt bei Arbeitsunfähigkeit hinzu, die teuerste auch bei Arbeitslosigkeit.
Aber Achtung. Bei Krankheit oder Jobverlust werden die Raten nur für eine begrenzte Zeit übernommen, nicht dauerhaft. Die volle Restschuld zahlt die Versicherung in der Regel nur im Todesfall.
Warum sie oft teurer ist als gedacht
Der Haken steckt in der Art der Zahlung. Der Beitrag wird meist als eine einzige Summe fällig, die dem Kredit einfach zugeschlagen wird. Sie finanzieren die Versicherung also mit und zahlen auf diese Summe auch noch Zinsen. Das treibt die tatsächlichen Kosten kräftig nach oben.
Ein Beispiel der Verbraucherzentrale macht das deutlich. Bei einem Kredit über 18.000 Euro kostete die Police gut 5.000 Euro, fast ein Drittel der Kreditsumme. Der effektive Jahreszins sprang dadurch von 8,5 auf fast 17 Prozent. Finanztip bringt es auf den Punkt: Am Ende zahlen Sie womöglich mehr für die Versicherung als für den eigentlichen Kredit.
Was Verbraucherschützer kritisieren
Restschuldversicherungen stehen seit Jahren in der Kritik. Lange floss bis zur Hälfte des Beitrags und mehr als Provision an den Vermittler. Seit Mitte 2022 ist diese Provision gesetzlich gedeckelt, teuer bleibt es trotzdem.
Dazu kommt ein Transparenzproblem. Bei einer freiwilligen Police fließen die Kosten nicht in den ausgewiesenen Effektivzins ein. Das erschwert den Vergleich. Seit Anfang 2025 gilt immerhin eine wichtige Schutzregel. Die Versicherung darf erst eine Woche nach dem Kredit abgeschlossen werden. Wird sie im selben Termin untergeschoben, ist sie unwirksam.
Für wen sie sinnvoll ist und für wen nicht
Pauschal ist die Restschuldversicherung nicht sinnlos, doch für einen normalen Autokredit raten Verbraucherschützer meist ab. Wer eine Rücklage hat, braucht sie kaum. Wer schon eine Risikolebens- oder Berufsunfähigkeitsversicherung besitzt, zahlt doppelt.
Prüfen Sie außerdem das Kleingedruckte. Oft gibt es Wartezeiten von rund drei Monaten und zahlreiche Ausschlüsse, etwa bei Vorerkrankungen. Ausgerechnet in dem Moment, in dem Sie die Versicherung brauchen, springt sie dann vielleicht nicht ein. Haben Sie bereits eine abgeschlossen, lässt sie sich oft widerrufen, gerade bei einer fehlerhaften Belehrung.
Bessere Alternativen
Am wichtigsten ist die Absicherung Ihrer Familie im Todesfall. Dafür ist eine Risikolebensversicherung fast immer die günstigere Wahl. Gegen den Verlust der Arbeitskraft schützt eine Berufsunfähigkeitsversicherung deutlich zuverlässiger.
Für kurzfristige Engpässe hilft ein solider Notgroschen. Kommen Sie unverschuldet in Not, greifen zudem die gesetzliche Lohnfortzahlung und das Krankengeld. Für viele ist die teure Restschuldversicherung damit schlicht überflüssig.
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